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Monat: September 2011

Drangeblieben: Videoüberwachung in Bamberg

Bild: Piraten Trier
Bild: Piraten Trier

Ich hatte ja diesen Artikel über die geplante Videoüberwachung an der unteren und oberen Brücke in Bamberg wegen der Stauffenberg-Gedenktafeln.

Die freie WebZet hat hier einen weiterführenden Artikel, in der die Situation nach der Stadtratsversammlung nochmal – wie ich finde sehr gut und ausführlich – zusammengefasst wird.

Geistiger Urheber der Idee ist dem Artikel nach – wer sonst – die Polizei. War ja klar.

Man liest da von Ideen wie z.B. die Hl. Kunigunde einfach mit in die Überwachung aufzunehmen. Und Herr Tscherner schreit, man könne doch den ZOB auch noch mit überwachen, wegen der vielen Schlägereien.

Norbert Tscherner plädierte sogar für mehr Kameras in der Stadt, zum Beispiel am ZOB. Dort seien schon wiederholt Gewalthandlungen gegenüber Jugendlichen vorgekommen.

Lieber Herr Tscherner,  wie viele Schlägereien gibt es an Bamberger Schulen täglich, was meinen Sie? Für Ihre kameraverkaufenden Freunde ist viel zu tun!

Ein paar Vorschläge zur Überwachung hab ich noch:

  • Wieso nicht auch die ganze Sandstraße?
  • Den Bereich vorm Morph Club, da ist es doch immer sowas von laut, dann wissen wir wer da immer rumplärrt.
  • Die Hainwiese, da sind doch immer die Hundehalter die die Hinterlassenschaften ihrer Tiere nicht mit nach Hause nehmen, die könnte man doch auch mal belangen. Und Hippies rauchen da komische Zigaretten.
  • Gegenüber vom Bahnhofsvorplatz, da bei der Post, da treffen sich immer obdachlose Alkis und animieren minderjährige zum saufen.
  • Den P&R am Berliner Ring, da sind immer illegale Technoparties.
  • Den Maxplatz, da schwänzen Schüler den Unterricht.

Ja nee, so lustig ist das alles gar nicht. Ich finde das sehr, sehr bedenklich. Die dort beschriebene Idee, die Steintafeln einfach mit einer verdammten Plexiglasverkleidung frü paar mark fuffzich zu umbauen, wurde genannt (die Idee ist übrigens von mir 🙂 ) – wird aber nur "geprüft".

Geprüft wann? Von wem? Von der Firma die die Kameras aufbauen soll? Ha, ha.

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Offener Versand bei der Post (Warensendung / Büchersendung)

Bullshit! Bullshit!!!!
Bullshit! Bullshit!!!!

Ich könnte mich ja jedes Mal so aufregen… Wieso muss ich bei der Post Bücher- oder Warensendungen mit diesen bescheuerten Musterbeutelklemmen verschließen? Als ob da jemand reinschauen würde, auch nur Stichprobenartig.

Mal ehrlich: Da spare ich nicht wirklich Geld, und ich denke auch nicht dass ich durch falsches Deklarieren meiner Büchersendungen reich werde, oder die post arm.

Die Dinger nerven, man bekommt die kaum durch 1-2 mal gefalzte B4-Versandtaschen durchgedrückt, und wenn, dann ist das Loch das man durchreißt so groß, dass die Klammer von alleine wieder rausfällt. Kann ich das nicht einfach ordentlich zukleben?

Nein, kann ich nicht, weil dann ist das ein Großbrief der irgendwie 20 Cent mehr kostet. Nach halbstündigem warten in der Postfiliale gebe ich meine Büchersendung dann ab, und erfahre dass die Sendung als Brief (zugeklebt) sogar günstiger wäre, weil die Sendung 2,4 Gramm über der Grenze ist. Schwer, sowas vorher zu wissen, die Tarife ändern sich im Stundentakt.

Mich wundert ja, das die Post kein vollig überteuertes Packset für Bücher- und Warensendungen rausbringt. Oder vorfrankierte Briefumschläge. Machen die ja bei Paketen schon, da kostet ein leerer Pappkarton dann 1,99 – selbstverständlich OHNE Porto. Und es gibt Menschen, die kaufen das auch noch.

Liebe Post, was soll der Scheiß? Euch sollte man echt wieder verstaatlichen, vielleicht hört das Preisgeblödel dann wieder auf.

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Exchange 2007: Benutzern Schreib- und Löschrechte auf öffentliche Ordner erteilen

Von Haus aus können Exchange-Benutzer in öffentlichen ordnern nur Mails lesen und als "gelesen" markieren. Löschen geht nicht, das einfügen von Mails aus z.B. einen privaten mailordner ist ebenfalls verwährt.

Ändern kann man das in Exchange 2003 und 2010 per grafischem Tool, in Exchange 2007 bleibt aber nur (!!!) der Weg über die Exchange Powershell. Nein, nicht fragen. Der PFDavAdmin läuft nicht unter Windows Server 2008, Der PFAdmin ebenfalls nicht. Wer das nicht glaubt, kann die Tools gerne ausprobieren, Zeit verplempern und dann hier wieder weiterlesen.

Get-PublicFolder -recurse | Add-PublicFolderClientPermission -AccessRights CreateItems,EditAllItems,DeleteAllItems -User DOMAINNAME\User

Setzt auf alle (!) öffentlichen Ordner Rekursiv Rechte. Es werden Fehlermeldungen auftauchen, aber genau hinschauen: Das Kommando wird für jeden ö.O. wiederholt – hat ein Benutzer auf einen bestimmten Ordner schon bestimmte Rechte, gibt es eine Fehlermeldung, die ebendies aussagt. Die restlichen Rechte werden aber dennoch erteilt.

Update: Einigen Benutzern fehlte in meinem Szenario nach der Aktion das Recht ReadItems. Das führte dazu, dass der Ordner aus Outlook verschwand. Das kann man entweder gleich in die Liste mit aufnehmen, oder danach nochmal händisch starten, z.B.

Get-PublicFolder -recurse | Add-PublicFolderClientPermission -AccessRights ReadItems -User DOMAINNAME\User

Ergänzung:

Rechte entziehen geht genauso, man muss lediglich Add-PublicFolderClientPermission durch Remove-PublicFolderClientPermission ersetzen.

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Offene E-Mail wegen geplanter Videoüberwachung auf der Unteren und Oberen Brücke in Bamberg

Das Bamberger Brückenrathaus / Foto von jluster / Lizenz CC-BY-SA
Das Bamberger Brückenrathaus / Foto von jluster / Lizenz CC-BY-SA

Der Bamberger Stadtrat entscheidet heute über eine geplante Videoüberwachungsmaßnahme am Brückenrathaus in Bamberg. Diesbezüglich hat Benjamin Stöcker eine offene E-Mail an die Stadträte und den Oberbürgermeister der Stadt verfasst:

Sehr geehrter Oberbürgermeister Starke, sehr geehrte Damen und Herren des Stadtrates,

mein Name ist Benjamin Stöcker und ich lebe seit sechs Jahren in Bischberg. Obwohl dies  nicht zu Bamberg gehört, hat es Bamberg in den sechs Jahren meiner Anwesenheit mit seinem jungen Leben, seiner Weltoffenheit, seiner Freiheit und all seinen Eigenarten geschafft, dass ich hier nicht nur lebe und arbeite, sondern das ich in "Freakcity" meine Heimat fand.

Mit Verwunderung nahm ich bereits die Regelungen zu den Sperrstunden in der Sandstraße/Innenstadt zur Kenntnis. Auch wenn ich die Maßnahme mit Blick auf die Anwohner nachvollziehen konnte, halte ich sie im Sinne einer langfristigen Stadtentwicklung für schädlich. Es nimmt Bamberg viel von seinem jugendlichen Leben.

Mit Erschrecken las ich gestern den Bericht von infranken.de über die geplanten Videoüberwachungsmaßnahmen zur Eindämmung von Vandalismus am Brückenrathaus. Ich verstehe, dass die stetige Restauration der Gedenktafeln nur ärgerlich und für die Stadt mit hohen Kosten verbunden ist, und dass man deswegen ein starkes Interesse daran hat, die Täter zu fassen. Allerdings sollte man sich fragen, ob eine Videoüberwachung das richtige Mittel ist.

Wenn wir davon ausgehen, dass der Vandalismus wirklich politisch motiviert ist, wäre es dann nicht auch anzunehmen, dass die Vandalen angesichts der Kameras Gegenmaßnahmen ergreifen werden? Sie könnten sich vermummen oder noch effektiver die Kameras selbst mit Farbbeuteln beschädigen, oder gar einfach abmontieren und mitnehmen. Vielleicht erinnern sie sich schon, aber so erging es bereits den berühmten Kameras für die nie funktionierende Durchfahrtssperre im Sandgebiet?

Aber gut, gehen wir dennoch einmal kurz davon aus, das die Kameras eine Chance hätten bei der Aufklärung der bedauerlichen Fälle von Vandalismus zu helfen, erschreckt es mich dennoch, dass scheinbar kein Stadtrat über die Verhältnismäßigkeit der Maßnahme nachgedacht hat. Diesen Eindruck erweckte zumindest bei mir die Berichterstattung von infranken.de.

Halten Sie es wirklich für angemessen, einen so belebten Touristenweg zu filmen und diese Aufzeichnungen sieben Tage aufzubewahren? Ich persönlich hatte Bamberg als einen Hort der Freiheit und der freien Lebensart mit stolzer Geschichte in diesem Bereich erfahren. Umso mehr bin ich schockiert über die Leichtigkeit, mit denen die politischen Entscheidungsträger dieser Stadt offenkundig über selbige bereit sind hinweg zu gehen.

Leider wird in dem Artikel nicht erwähnt, ob man erwägt die Kamaras wieder abzumontieren, wenn diese Jagd mit Kanonen auf Spatzen Erfolg haben sollte. Was würde in so einem Fall mit den Kamaras geschehen? Und wäre der Stadtrat für den Fall, dass die Kameras die Vandalen wirklich abschrecken, und sie sich dafür einfach ein neues Ziel suchen bereit, die Überwachung auf weitere Teile der Stadt auszuweiten?

Aber ich will nicht nur an ihr Gewissen und ihr Gefühl für Bürgerrechte, und dazu gehört auch das Recht sich in öffentlichen Räumen ohne Überwachung zu bewegen, appellieren. Nein ich nenne Ihnen auch gerne Alternativen zu einer Videoüberwachung.

Man könnte doch die Tafeln in Acrylglas einfassen, so dass eine Restaurierung der Tafel bei einem erneuten Anschlag nicht nötig würde, sondern nur ein – technisch wesentlich einfacheres – säubern der Acrylglas-Umhüllung. Acrylglas hält darüber hinaus Attacken mit Bierflaschen oder Hammerschläge mit Leichtigkeit aus. Sicherlich, damit sind die Täter nicht gefasst, aber die Kosten sind um einiges niedriger.

Eine weitere sinnvolle Maßnahme könnte sein, die Brücke besser zu auszuleuchten. Denn im Gegensatz zu einer Kamara dürfte dies die Täter tatsächlich abschrecken – sie wären für Passanten und Anwohner sichtbar, und beide haben gegenüber von Videokamaras entscheidene Vorteile: Man wird sie weder entwenden noch beschädigen und sie rufen sofort die Polizei.

Auch unterschätzen Sie scheinbar die Folgekosten der Kameraüberwachung. Ich will Sie  noch einmal an die Situation der Polleranlagen im Sandgebiet erinnern: Kameras und die Aufzeichnungen müssen regelmäßig gewartet und kontrolliert werden. Geschieht dies nicht, besteht die Gefahr, dass die Kamara im Ernstfall nichts brauchbares aufzeichnet.

Es gäbe also durchaus – im Gegensatz zur Meinung der Stadträtin Ursula Sowa – Alternativen, die man im Sinne der Freiheit und den Grundrechten des Einzelnen zumindest vorher ausprobieren sollte, bevor man zum harten Mittel der Videoüberwachung greift. Ich bitte sie daher, stimmen sie am Mittwoch gegen eine Videoüberwachung der oberen und unteren Brücke und erhalten sie Bamberg als einen Ort, an dem man sich weitestgehend unüberwacht in der Innenstadt bewegen kann.

Mit freundlichen Grüßen

Benjamin Stöcker

Update um 11 Uhr (noch vor der Sitzung):

Benjamin Stöcker twittert:

Und die GAL antwortet schon: Anders als auf infranken.de dargestellt werden sie die Videoüberwachung ablehnen

Update nach der Sitzung:

Der Antrag wurde angenommen, die Kameras sind beschlossene Sache.

Die GAL soll sich enthalten haben, statt dagegenzustimmen, das ist aber aus unsicherer Quelle, bitte nicht als Tatsache nehmen. Die Idee mit dem Acryl/Plexiglas wurde wohl nur ganz kurz angesprochen.

Glückwunsch, lieber Stadtrat, für diese grandiose Fehlentscheidung.

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Italien und der 700km-Tunnel

Fefe schrieb:

Kleiner Lacher am Rande: Das italienische Bildungsministerium hat zu dem CERN-Neutrino-Dingens eine Presseerklärung rausgegeben. Das ist noch nicht der Lacher. Der Lacher ist, dass sie darin schreiben, Italien hätte ja den Tunnel zwischen CERN und Gran Sasso gebaut und das habe 45 Millionen Euro gekostet.Da gibt es keinen Tunnel. Der Punkt bei Neutrinos ist gerade, dass sie durch Masse hindurch fliegen. CERN emittiert die Neutrinos, und in Gran Sasso kann man sie dann detektieren, obwohl es keinen Tunnel gibt. Also es gibt schon einen Tunnel, einen Detektor-Tunnel, aber der ist nicht von CERN bis Gran Sasso, sondern der ist "nur" bei Gran Sasso untertage. Ich kann mir auch vorstellen, dass der so teuer war. Ein Tunnel von CERT bis Gran Sasso wäre aber über 700 km lang, das würde man für 45 Millionen Euro wohl eher nicht hinkriegen.

In Italien ist der Spott entsprechend groß 🙂

Autsch.

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Katholischer Bund der Ärzte: "Schwul sein ist heilbar – mit Homöopathie!"

Gesehen auf der ZDF Mediathek: In der Doku "Du sollst nicht schwul sein!" erzählt Gero Winkelmann (Gründer des Bundes Katholischer Ärzte), wie er Homosexualität heilen will: Mit Homöopathie!

Link (ihr müsst zu 18min 40sek vorspulen)

gefunden von Maxi

Update: @Fail_Paper hat mich auf das hier hingewiesen: Eat da poopoo bei YouTube – kaputte Welt. Ehrlich.

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Windows jetzt vollständig unbenutzbar

Dass man den Anwendern immer eintrichtert, keine Mail-Anhänge oder Programme unbekannter Herkunft auszuführen, das war normal im Windows-Umfeld.

Jetzt darf man aber unter Windows rein gar nichts mehr Öffnen. Also ich meine, keine Dokumente mehr. Auch keine Textdateien.

Bei dem Link wird sogar mir echt mulmig, das geht mal gar nicht klar. Windows-Rechner sind jetzt vollständig unbeherrschbar.

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Re-Encoden mehrerer MP3s unter Linux

Mache ich aus Platzgründen ganz gerne für MP3-CDs, die im Autoradio landen:

1. LAME mp3-Encoder installieren

sudo apt-get install lame

2. In der Shell in den Ordner mit den MP3s wechseln, dann

for x in [ `ls -1 *.mp3` ]; do lame –preset 128 $x new128-${x}; done

Magic!

Für den häufigen gebrauch kann man das auch als Shellscript in /usr/local/bin platzieren:

sudo gedit /usr/local/bin/mp3-to-128.sh && chmod +x /usr/local/bin

Die obenstehende Zeile in den Editor einfügen, speichern und schließen. Das Shellscript kann nun einfach per

mp3-to-128.sh

gestartet werden.

Ich will noch anmerken, dass ich als Gnome-Nutzer mit brasero Probleme habe, zum Autoradio kompatible CDs zu brennen. Mein Radio sagt immer "no music" und wirft die CD bösartig wieder aus. Mit k3b funktioniert's.

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Neue Basteleien mit dem Arduino

Schon 6 Wochen sind seit Fertigstellung vergangen, aber trotzdem nett anzusehen: Die Pentabox habe ich geschlachtet, und eine 3×3 Matrix aufgebaut.

Es handelt sich um IKEA Samlär boxen, mit je 4 LEDs bestückt: Blau, Rot, Gelb und Weiß (CMYK Farbmischungen!). Für die Verkabelung habe ich CAT5 Netzwerkkabel verwendet, angesteuert werden sie mit einem Arduino Duemilanove.

Inzwischen habe ich einen Holzrahmen gebaut, und die Boxen sind jetzt hochkant angeordnet. Abmessungen der Wand ca. 150x100cm.

Hier der Quelltext als zip-File: sketchbook-pentabox-novabox-rephlex.de.zip (enthält Sourcen des Aufbaus mit 5 und 9 Boxen, Standard-C für den ATMEGA ATmega168/ATmega328 Compiler)

Hier die Videos:

eingebunden mit Embedded Video

eingebunden mit Embedded Video

Auch durchlaufende Texte gehen damit. Ich nutze ich einen 3×3 Pixel Font, das Timing muss wirklich genau passen damit man das auch als Textfluss wahrnimmt, und nicht als wildes geblinke. Und was soll ich sagen, man kann's lesen 🙂

 

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