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Kategorie: Gesellschaft

Poltik und Verbrechen, Leute und Trottel. Aktuelles Weltgeschehen und Philosophie.

BekanntMachung mit Georg Schramm vom 16.01.2012

eingebunden mit Embedded Video

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BekanntMachung – Magazin für Kultur und Zeitgeschichte:

Wer soll Europas Sprungtuch halten?

Erwin Dombrowski ist der Cousin des bereits im Fernsehen bekannten Lothar Dombrowski. Beide – von Georg Schramm gespielt – sind überzeugte preussische Charaktere. Erwin Dombrowski ist derzeit als Sparkommissar in Brüssel tätig und war auch zuständig für die Finanzinspektionen in Griechenland.

Für ihn geht es nicht bloss um Geld, sondern um die Vertrauenskrise, die durch Schuldenberg und Inflation (und die Unfähigkeit der Politik, darauf zu antworten) entsteht. Der heilige Zorn der Basis, sagt er, wird nicht nur die Bürokraten sondern die Politiker überhaupt das Fürchten lehren. Dagegen ist traditionelles Preussentum gar nichts.

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Drei Dinge, auf die ich scheiße: eBay, PayPal, DHL.

"Warum, geht doch alles voll gut, online?"

– Leck mich!

Ich habe also eine kaputte Festplatte bei eBay verkauft, dort gibt's noch 5 Euro dafür und bevor ich sie wegwerfe… Nagut. Der Käufer hat mit PayPal bezahlt, das Geld wird mir gutgeschrieben. Prima! Nur noch Ware verschicken.

Einschub: Nicht nachmachen – brandgefährlich! eBay-Käufer die -wissentlich- kaputte Ware kaufen, neigen dazu nicht zu bezahlen oder beleidigt zu sein, negativ zu bewerten und bei PayPal das Geld wochenlang einzufrieren! Bloß keine PayPal-zahlungen akzeptieren! Aber darum geht es heute nicht.

Ich packe die kaputte Festplatte also in einen Karton und will die Versandintegration bei eBay benutzen, um das Porto zu drucken. Das lief immer recht gut, die Absender- und Empfängeradressen lästig abzutippen kann ich mir sparen, die weiß eBay ja schon.

Also schnell noch die Paketgröße ausgewählt und auf "bezahlen" gedrückt. Zugriff auf Ihr PayPal-Konto derzeit nicht möglich. Prima. Dann zahle ich eben per Giropay, da nimmt meine Bank ja teil. Normalerweise wird man auf die Onlinebanking-Seite seiner Bank umgeleitet und bestätigt dort eine Art Überweisungsvordruck mit einer TAN, die Post wird sofort über die Zahlung informiert. Denkste. Die Option suche ich vergebens, eBay bietet die Portozahlung per Giropay nicht mehr an.

"Scheiß Mafia!" entfährt es mir – dann schreibe ich die Empfängeradressen eben ab und kaufe mein Porto eben direkt bei DHL. Bekommt eBay eben keine Vermittlerprovision für verkaufte Paketsendungen.

Neuer Versuch: Bei dhl.de die Adressen nochmal eingegeben, auf Vertipper geprüft, Paketgröße ausgewählt – nein, einen Gutschein habe ich nicht – jetzt bezahlen. Ich drücke auf PayPal (weil da hab ich ja noch Guthaben), und lese "eine Zahlung per Lastschrift ist nicht möglich". Ich soll mein PayPal Konto aufladen. Wie meinen? Ich könnte mir mit dem Geld das ich bei dem Verbrecherverein liegen habe eine Containersendung Kies nach Bangladesh leisten, aber ein Paket darf ich nicht kaufen, oder was? API gone wild.

Ich sehe, dass dhl.de die Zahlung per Giopay noch anbietet und denke mir "dann eben so". In diesem Moment verwirft das Formular die beiden Adressen und die ausgewählte Versandart. Ich tippe den Käse ein zweites Mal ein. Prüfe alles nochmal auf Fehler. Habe immer noch keinen verschissenen Gutschein. Will per Giropay bezahlen…. Und lande statt beim Login meiner Bank auf meinpaket.de – und soll da ein Mitgliedskonto erstellen!

Viele hätten spätestens hier sicher aufgegeben – aber ich bleibe hart. For the Lulz. Ich kann mich a) als Neukunde anmelden, oder b) mein bestehendes Packstation-Konto in ein meinpaket.de Konto umwandeln. Hey, Packstation-Login, prima! Ich entscheide mich für letzteres, gebe meine Packstation-Nummer ein, das Passwort hinterher, die AGB, ja mein Gott… Die sind mir gerade echt sowas von egal, ich will bitte nur einen Versandschein kaufen.

Ihr Packstation-Login ist falsch. Nein, ist es nicht! Ich öffne in einem neuen Tab die Packstation-Website, prüfe mein Login (es funktioniert natürlich) und schließe den Tab wieder. Dann tu ich eben so, als hätte ich mein Passwort vergessen. Den Mädchennamen meines verstorbenen Hamsters weiß ich noch, ich bestehe die Sicherheitsabfrage (wow!) und man informiert mich, dass ich die nächsten Minuten eine Mail bekommen werde, mit einem Passwort-zurücksetz-Link.

Ich warte eine Minute und drücke auf "Nachrichten laden". Ich warte noch eine Minute. Und nochmal 5. Und nochmal 10. Dann atme ich tief durch, logge mich per SSH auf meinem Rootserver ein und lese das Mailprotokoll. Ah, da ist die Mail ja – als Spam gelöscht. Nein. Schluss jetzt. Wegen dem einzigen falschen Spamverdacht dieses Jahr stelle ich meinen Mailserver jetzt nicht um.

Ich entschließe mich, den zusätzlichen Euro gerne auszugeben und gehe morgen zur Post. Achso, "die Post" gibt es ja gar nicht mehr. Ich meine natürlich in die Postbank Schrägstrich Bäckerei mit integrierter Postfiliale, nein, nicht Postfiliale, DHL Service Point. Oder wie das jetzt heißt. Oder so.

Dort werde ich mich dann vor dem Kauf des Portos fragen lassen ob ich schon Postbank-Kunde bin, und danach ob ich eigentlich schon mal daran gedacht habe, meine Krankenversicherung zu wechseln. Und im Geiste werde ich mir dann denken: Nein, das mach ich lieber online…

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Video: Hans-Peter Uhl (CSU) zum Staatstrojaner

Interessanter Fund von fefe:

[l] Lacher am Rande: Das Stenoprotokoll der Aktuellen Stunde zum Staatstrojaner im Bundestag ist draußen. Und vergleicht mal die Stelle dort über Uhl (Seite 51/80 bzw 15611):vielmehr verfügt das Land über Sicherheitsbehörden, die sehr kontrolliert, sehr sorgfältig, sehr behutsam mit dem sensiblen Instrument der Quellen-TKÜ umgehen. So soll es auch sein.

Es wäre schlimm, wenn unser Land von Piraten und Chaoten aus dem Chaos Computer Club regiert würde.

Wir haben Sicherheitsbeamte, die Recht und Gesetz verpflichtet sind.

mit dem Video derselben Rede (ab 5:00), wo er folgendes sagt:Das Land wird von Sicherheitsbehörden geleitet, die sehr behutsam mit dem sensiblen Instrument der Quellen-TKÜ umgeht, und so soll es auch sein.

Es wäre schlimm, wenn unser Land am Schluss regiert werden würde von Piraten und Chaoten aus dem Computerclub.

Es wird regiert von Sicherheitsbeamten, die dem Recht und dem Gesetz verpflichtet sind.

Wie erklärt sich diese Diskrepanz? Sind die Stenographen des Bundestags schwerhörig? Nein, wie sich herausstellt, legen die ihre Transkripte jeweils dem Büro des jeweiligen Redners vor, und der kann dann darin nochmal die peinlichen Teils geradebiegen.

Für mich persönlich ist damit klar, dass der Wert dieser Transkripte ähnlich der Beweiskraft von mit Trojanern erlangten "Beweisen" gegen Null geht.

Update: Vielleicht wird angesichts dieses Vergleichs auch klar, wieso ich grundsätzlich keinen Protokollen trauen kann, die vom Verdächtigen selber erstellt werden. Wenn der Bundestag schon nicht sauber protokollieren kann, was der Uhl in einer live ausgestrahlten Debatte gesagt hat, wieso sollten wir dann dem BKA trauen, sich selbst zu protokollieren?

Sollte yt das Video löschen, gibt es hier einen Mirror: mp4 18.02MB

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Drangeblieben: Videoüberwachung in Bamberg

Bild: Piraten Trier
Bild: Piraten Trier

Ich hatte ja diesen Artikel über die geplante Videoüberwachung an der unteren und oberen Brücke in Bamberg wegen der Stauffenberg-Gedenktafeln.

Die freie WebZet hat hier einen weiterführenden Artikel, in der die Situation nach der Stadtratsversammlung nochmal – wie ich finde sehr gut und ausführlich – zusammengefasst wird.

Geistiger Urheber der Idee ist dem Artikel nach – wer sonst – die Polizei. War ja klar.

Man liest da von Ideen wie z.B. die Hl. Kunigunde einfach mit in die Überwachung aufzunehmen. Und Herr Tscherner schreit, man könne doch den ZOB auch noch mit überwachen, wegen der vielen Schlägereien.

Norbert Tscherner plädierte sogar für mehr Kameras in der Stadt, zum Beispiel am ZOB. Dort seien schon wiederholt Gewalthandlungen gegenüber Jugendlichen vorgekommen.

Lieber Herr Tscherner,  wie viele Schlägereien gibt es an Bamberger Schulen täglich, was meinen Sie? Für Ihre kameraverkaufenden Freunde ist viel zu tun!

Ein paar Vorschläge zur Überwachung hab ich noch:

  • Wieso nicht auch die ganze Sandstraße?
  • Den Bereich vorm Morph Club, da ist es doch immer sowas von laut, dann wissen wir wer da immer rumplärrt.
  • Die Hainwiese, da sind doch immer die Hundehalter die die Hinterlassenschaften ihrer Tiere nicht mit nach Hause nehmen, die könnte man doch auch mal belangen. Und Hippies rauchen da komische Zigaretten.
  • Gegenüber vom Bahnhofsvorplatz, da bei der Post, da treffen sich immer obdachlose Alkis und animieren minderjährige zum saufen.
  • Den P&R am Berliner Ring, da sind immer illegale Technoparties.
  • Den Maxplatz, da schwänzen Schüler den Unterricht.

Ja nee, so lustig ist das alles gar nicht. Ich finde das sehr, sehr bedenklich. Die dort beschriebene Idee, die Steintafeln einfach mit einer verdammten Plexiglasverkleidung frü paar mark fuffzich zu umbauen, wurde genannt (die Idee ist übrigens von mir 🙂 ) – wird aber nur "geprüft".

Geprüft wann? Von wem? Von der Firma die die Kameras aufbauen soll? Ha, ha.

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Offene E-Mail wegen geplanter Videoüberwachung auf der Unteren und Oberen Brücke in Bamberg

Das Bamberger Brückenrathaus / Foto von jluster / Lizenz CC-BY-SA
Das Bamberger Brückenrathaus / Foto von jluster / Lizenz CC-BY-SA

Der Bamberger Stadtrat entscheidet heute über eine geplante Videoüberwachungsmaßnahme am Brückenrathaus in Bamberg. Diesbezüglich hat Benjamin Stöcker eine offene E-Mail an die Stadträte und den Oberbürgermeister der Stadt verfasst:

Sehr geehrter Oberbürgermeister Starke, sehr geehrte Damen und Herren des Stadtrates,

mein Name ist Benjamin Stöcker und ich lebe seit sechs Jahren in Bischberg. Obwohl dies  nicht zu Bamberg gehört, hat es Bamberg in den sechs Jahren meiner Anwesenheit mit seinem jungen Leben, seiner Weltoffenheit, seiner Freiheit und all seinen Eigenarten geschafft, dass ich hier nicht nur lebe und arbeite, sondern das ich in "Freakcity" meine Heimat fand.

Mit Verwunderung nahm ich bereits die Regelungen zu den Sperrstunden in der Sandstraße/Innenstadt zur Kenntnis. Auch wenn ich die Maßnahme mit Blick auf die Anwohner nachvollziehen konnte, halte ich sie im Sinne einer langfristigen Stadtentwicklung für schädlich. Es nimmt Bamberg viel von seinem jugendlichen Leben.

Mit Erschrecken las ich gestern den Bericht von infranken.de über die geplanten Videoüberwachungsmaßnahmen zur Eindämmung von Vandalismus am Brückenrathaus. Ich verstehe, dass die stetige Restauration der Gedenktafeln nur ärgerlich und für die Stadt mit hohen Kosten verbunden ist, und dass man deswegen ein starkes Interesse daran hat, die Täter zu fassen. Allerdings sollte man sich fragen, ob eine Videoüberwachung das richtige Mittel ist.

Wenn wir davon ausgehen, dass der Vandalismus wirklich politisch motiviert ist, wäre es dann nicht auch anzunehmen, dass die Vandalen angesichts der Kameras Gegenmaßnahmen ergreifen werden? Sie könnten sich vermummen oder noch effektiver die Kameras selbst mit Farbbeuteln beschädigen, oder gar einfach abmontieren und mitnehmen. Vielleicht erinnern sie sich schon, aber so erging es bereits den berühmten Kameras für die nie funktionierende Durchfahrtssperre im Sandgebiet?

Aber gut, gehen wir dennoch einmal kurz davon aus, das die Kameras eine Chance hätten bei der Aufklärung der bedauerlichen Fälle von Vandalismus zu helfen, erschreckt es mich dennoch, dass scheinbar kein Stadtrat über die Verhältnismäßigkeit der Maßnahme nachgedacht hat. Diesen Eindruck erweckte zumindest bei mir die Berichterstattung von infranken.de.

Halten Sie es wirklich für angemessen, einen so belebten Touristenweg zu filmen und diese Aufzeichnungen sieben Tage aufzubewahren? Ich persönlich hatte Bamberg als einen Hort der Freiheit und der freien Lebensart mit stolzer Geschichte in diesem Bereich erfahren. Umso mehr bin ich schockiert über die Leichtigkeit, mit denen die politischen Entscheidungsträger dieser Stadt offenkundig über selbige bereit sind hinweg zu gehen.

Leider wird in dem Artikel nicht erwähnt, ob man erwägt die Kamaras wieder abzumontieren, wenn diese Jagd mit Kanonen auf Spatzen Erfolg haben sollte. Was würde in so einem Fall mit den Kamaras geschehen? Und wäre der Stadtrat für den Fall, dass die Kameras die Vandalen wirklich abschrecken, und sie sich dafür einfach ein neues Ziel suchen bereit, die Überwachung auf weitere Teile der Stadt auszuweiten?

Aber ich will nicht nur an ihr Gewissen und ihr Gefühl für Bürgerrechte, und dazu gehört auch das Recht sich in öffentlichen Räumen ohne Überwachung zu bewegen, appellieren. Nein ich nenne Ihnen auch gerne Alternativen zu einer Videoüberwachung.

Man könnte doch die Tafeln in Acrylglas einfassen, so dass eine Restaurierung der Tafel bei einem erneuten Anschlag nicht nötig würde, sondern nur ein – technisch wesentlich einfacheres – säubern der Acrylglas-Umhüllung. Acrylglas hält darüber hinaus Attacken mit Bierflaschen oder Hammerschläge mit Leichtigkeit aus. Sicherlich, damit sind die Täter nicht gefasst, aber die Kosten sind um einiges niedriger.

Eine weitere sinnvolle Maßnahme könnte sein, die Brücke besser zu auszuleuchten. Denn im Gegensatz zu einer Kamara dürfte dies die Täter tatsächlich abschrecken – sie wären für Passanten und Anwohner sichtbar, und beide haben gegenüber von Videokamaras entscheidene Vorteile: Man wird sie weder entwenden noch beschädigen und sie rufen sofort die Polizei.

Auch unterschätzen Sie scheinbar die Folgekosten der Kameraüberwachung. Ich will Sie  noch einmal an die Situation der Polleranlagen im Sandgebiet erinnern: Kameras und die Aufzeichnungen müssen regelmäßig gewartet und kontrolliert werden. Geschieht dies nicht, besteht die Gefahr, dass die Kamara im Ernstfall nichts brauchbares aufzeichnet.

Es gäbe also durchaus – im Gegensatz zur Meinung der Stadträtin Ursula Sowa – Alternativen, die man im Sinne der Freiheit und den Grundrechten des Einzelnen zumindest vorher ausprobieren sollte, bevor man zum harten Mittel der Videoüberwachung greift. Ich bitte sie daher, stimmen sie am Mittwoch gegen eine Videoüberwachung der oberen und unteren Brücke und erhalten sie Bamberg als einen Ort, an dem man sich weitestgehend unüberwacht in der Innenstadt bewegen kann.

Mit freundlichen Grüßen

Benjamin Stöcker

Update um 11 Uhr (noch vor der Sitzung):

Benjamin Stöcker twittert:

Und die GAL antwortet schon: Anders als auf infranken.de dargestellt werden sie die Videoüberwachung ablehnen

Update nach der Sitzung:

Der Antrag wurde angenommen, die Kameras sind beschlossene Sache.

Die GAL soll sich enthalten haben, statt dagegenzustimmen, das ist aber aus unsicherer Quelle, bitte nicht als Tatsache nehmen. Die Idee mit dem Acryl/Plexiglas wurde wohl nur ganz kurz angesprochen.

Glückwunsch, lieber Stadtrat, für diese grandiose Fehlentscheidung.

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