EUROSIGNAL oder: Das piepsen am unteren Ende des Radios (FM/UKW 87,5 MHz)

Bin aus der Laune heraus mal auf die Suche nach Dokumentation über die komischen, rhythmischen Pfeiftöne gegangen, an die ich mich aus meiner Kindheit noch erinnere. Da gab’s im Radio diese unvergesslich schrillen und unheimlichen Töne, wenn man das Frequenz-Rädchen ganz nach links geschoben hat.

Hörbeispiel: Eurosignal

Es handelt sich um Eurosignal, einen Dienst der als Vorgänger der Pager-Dienste gesehen werden darf. Die Frequenz war 87,340-87,415 MHz, der Dienst aktiv seit 1974 und wurde am 01.04.1997 abgeschalten. Heute, knapp 14 Jahre nachdem ich diesen Sender das letzte mal hörte, kann ich mich immer noch genau an die Sequenzen erinnern und schreibe einen Blog-Eintrag darüber – schon irgendwie seltsam 🙂

Habe als Service für interessierte ein Paket geschnürt, bestehend aus einem Python-Script das die Töne selbst generieren kann (txt -> wav). Interessant wäre mal ein Decoder. Weiß da jemand was / hat da jemand Bock drauf?

Download Eurosignal-Generator (eurosignal.tar.gz)

Mehr info natürlich bei Wikipedia “Eurosignal” oder bei einem Gugel in Ihrer Nähe.

20 Comments

  1. Hallo
    Bei mir sind es 25 Jahre bis ich die Töne gegoogelt habe und dies heute im Jahr 2014…

  2. Hallo,
    für Windows habe ich das aktuelle Python 3 installiert, allerdings wird eine Fehlermeldung ausgegeben:
    “SyntaxError: Missing parentheses in call to ‘print'”
    Leider bin ich in dieser Sache nicht so bewandert wie der Fehler behoben werden könnte.

  3. Ich hab mich gerade bei Google belesen, und es sieht so aus dass bei Python 3 wohl statt
    print “Beispiel”
    neuerdings
    print(“Beispiel”)
    verwendet werden muss.

    Evtl. ein älteres Python verwenden, oder der Code muss dahingehend geändert werden.
    Habe leider kein Windows Python zur Hand um das selbst zu testen…

  4. Danke.
    Es sind wohl mehrere Sachen, nicht nur das mit dem print. Steht nirgendswo geschrieben welche Version kompatibel ist. Das Script feiert immerhin sein 9 bzw. bald 10 jähriges da sein 😀

    Auch mit der Version von 2005 läuft es nicht, naja, kenne mich leider mit Python nicht aus.

  5. Eine feine Sache war das damals – werde den Generator mal ausprobieren.

    Eine Idee hierzu: Eurosignal Pager hinzunehmen und den Ton generieren der den Pager zum Leben erweckt ;). Abspeichern als Mitteilungston für Emails von PC etc. Musicfly oder anderen Transmitter an den PC (vorausgesetzt die Musicfly kann soweit unten im Band senden).

    Ergebnis : Stylische Retro-Benachrichtigung bei eingehender Mail,Skype usw.

  6. Hab heute auf Wikipedia einen Artikel zur Geschichtlichen Entwicklung der Zeitübertragung per Funk gelesen. Natürlich kamen sofort Erinnerungen an die “Tonsequenz am unteren Ende des UKW Bereichs” in Erinnerung, denen ich als Kind in den 80ern teilweise echt Stundenlang zugehört habe. Die entsprechende Google-Suche hat mich hier her gebracht 🙂

  7. Klasse! Habe das Python-Script eben ausprobiert, mit den Schritten, die in der info.txt stehen. Bei mir hat Python den Fließkomma-Wert 0.6 bemängelt, weil es ein INT erwartet hat. Ich habe dann einfach 60 übergeben, in der Annahme, dass die Doku nicht aktuell ist? Ansonten aber top, dein Python-Script, lässt mich in Kindheitserinnerungen schwelgen, als ich fleißig an Omas Röhrenradio gedreht habe, und mir vorgestellt habe, dass die Töne geheime Signale der französischen Alliierten waren, die wenige Meter weiter weg stationiert waren 😀

  8. Cool, auch ich hab omas schaub-lorenz benutzt, um ewig dem signal zuzuhören…ich dachte dabei immer an UFOs. Und oma sagte immer: dreh das weg, der radio geht kaputt davon!

  9. Ich kann mich daran erinnern, dass ein Teil dieser Sequenz als Zeitsignal decodiert werden konnte und zwar mit Stift und Zettel( oder einfach im Kopf :-). Dachte bis heute daher, dass das das auch Zeitsignal für die Funkuhren war. Seit gerade eben weiß ich es besser und bin dann hier gelandet.

  10. Danke für diesen sehr informativen Artikel und den Source.
    Habe für meine Frau ein altes Radio mit einem Raspberry Pi und einem TEA5767 aufgemotzt und konnte mir nicht verkneifen beim Einstellen von 87,5 zufallsgenerierte Zahlen abzuspielen =)

  11. Unfassbar, Dankeschön! Ich kann mich nicht mehr daran erinnern wie oft und lange ich schon Google bemüht habe, um herauszufinden was genau dieses Piepsen ist. ich war immer der Meinung, dass es an der Oberen Grenzfrequenz liegt, weil ich das Rädchen immer nach oben gedreht habe und das dann kam aber ich dann irre ich mich wohl. Bin gerade also das erste mal in der Lage gewesen, sinnvoll nach der Technik zu suchen, da ich den Begriff “Eurosignal” bisher nicht kannte.

    Gefunden habe ich das hier als begrenzt hilfreiche technische Doku.
    http://www.oebl.de/Eurosignal/Technik/Technik.html

  12. Hammer !!!! Wir haben uns dass nach ein paar Bier stundenlang reingezogen. Danke für den Artikel!!!

  13. Ja daran erinnere ich mich noch in den 80er Jahren. Das war irgenwie Geheimnisvoll das Piepsen aus dem Radio.

  14. ja die gute alte Zeit 🙂
    damals war ich 16 als Eurosignal an den Start ging und habe oft mir dieses Piepen und dudeln angehört. Ein Paar Kiloherz weiter unten waren dann auch noch die anderen “interessanten” Funkdienste. Ich habe keine Ahnung wie viele Radios ich vom Frequenzbereich her “verschoben” habe um das alles zu hören.

    Spannend war es allemal

    Und jetzt….
    Jetzt ist es schon 35 Jahre her, dass ich meine Amateurfunklizenz habe und darf sogar in diesem geheimnisvollen 4M Band Funkbetrieb machen.

    So ein bisschen Wehmut und Ehrfurcht ist dann schon dabei wenn ich dann dort über das Band drehe und die eine oder andere schöne Verbindung zustande bringe.

    Danke für den Artikel und Danke für den Generator.

  15. DANKE!! Endlich weiss ich, was das war. Es hat mich als Junge immer fasziniert, doch bis heute konnte es mir niemand sagen. Genial, dass es Leute gibt, die Infos abseits vom Mainstream geben können.

  16. Auch von mir Danke für die Aufklärung! Bin hier gerade darauf gestossen. 70er Jahre ebenfalls nachts im Bett liegend mit dem Schaub-Lorenz Radio raumgesucht. Oder SABA Meersburg Röhrenradio in der Küche. Verursachte auch Gänsehaut und regte die Fantasie an. Zudem irgendwelche Morsezeichen und eine Frauenstimme, welche kühl und aktzentfrei irgenwelche Zahlencodes rhytmisch runterleierte. Malte mir da aus, dass das für DDR Agenten in der BRD, oder umgekehrt ein Informations-Anweisungsaustausch war….. Weiter so,toll!

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